Vollständig implantierbares Cochlea-Implantat (TICI) – Hören rund um die Uhr

Ein Cochlea-Implantat kann Menschen mit hochgradigem Hörverlust oder Taubheit das Hören ermöglichen, wenn Hörgeräte nicht mehr ausreichend helfen.

Bei herkömmlichen Cochlea-Implantaten wird ein Audioprozessor außen am Kopf getragen. Wird dieser abgelegt, zum Beispiel beim Schlafen, Duschen oder Schwimmen, ist auch das Hören unterbrochen.

Mit dem vollständig implantierbaren Cochlea-Implantat TICI (Totally Implantable Cochlear Implant) von MED-EL steht eine neue Form der Hörversorgung zur Verfügung. Mikrofon, Signalverarbeitung und Akku befinden sich unter der Haut. Dadurch kann das System ohne dauerhaft außen getragenen Audioprozessor genutzt werden und ermöglicht eine kontinuierliche Hörversorgung im Alltag und auch während der Nacht.

Vollständig implantierbares Cochlea-Implantat TICI unter der Haut

Welche Vorteile bietet ein TICI?

Der Verzicht auf dauerhaft außen getragene Komponenten kann in vielen Lebenssituationen Vorteile bieten. Dazu gehören beispielsweise Sport, Schwimmen und andere Wasseraktivitäten sowie berufliche Tätigkeiten, bei denen Schutzhelme, Atemschutz oder andere Schutzausrüstung getragen werden müssen.

Auch nachts bleibt die Hörversorgung bestehen. Dadurch können beispielsweise Rauchmelder, Notfallsignale oder die Rufe eines Kindes wahrgenommen werden.

Ein TICI kann darüber hinaus für Menschen infrage kommen, denen die regelmäßige Handhabung eines externen Audioprozessors schwerfällt oder bei denen externe Komponenten beispielsweise zu Hautreizungen führen. Auch ein besonders hoher Bedarf an einer kontinuierlichen Hörversorgung kann bei der individuellen Entscheidung eine Rolle spielen.

Für wen kommt ein TICI infrage?

Das vollständig implantierbare Cochlea-Implantat richtet sich an Patientinnen und Patienten mit einer entsprechenden medizinischen Indikation für ein Cochlea-Implantat. Dazu gehören insbesondere Menschen mit beidseitiger hochgradiger bis an Taubheit grenzender sensorineuraler Schwerhörigkeit oder Taubheit, die mit entsprechend angepassten Hörgeräten nur einen begrenzten Nutzen haben.

Ob ein TICI im individuellen Fall geeignet ist, wird im Rahmen einer umfassenden audiologischen, medizinischen und chirurgischen Untersuchung geprüft. Voraussetzung sind unter anderem ein funktionsfähiger Hörnerv und die anatomische Eignung für die Implantation.

Wie gut hört man mit einem TICI?

Die bislang verfügbaren klinischen Daten zeigen, dass vollständig implantierbare Cochlea-Implantate eine mit herkömmlichen Cochlea-Implantaten vergleichbare Hörrehabilitation ermöglichen können. In bisherigen Untersuchungen verbesserten sich das Sprachverstehen in Ruhe und bei Hintergrundgeräuschen sowie patientenbezogene Aspekte wie die subjektive Hörfähigkeit, Lebensqualität und Zufriedenheit.

Wie erfolgt die Kostenübernahme?

Da es sich beim TICI um eine neue Form der Cochlea-Implantat-Versorgung handelt, muss die Kostenübernahme derzeit individuell mit der jeweiligen Krankenversicherung geklärt werden. Der Antrag sollte vor der geplanten Behandlung gestellt werden und eine individuelle medizinische Begründung enthalten.

Die HNO-Klinik am INI unterstützt Patientinnen und Patienten bei der medizinischen Prüfung und der Vorbereitung der erforderlichen Unterlagen für die Beantragung der Kostenübernahme. Eine Bewilligung durch die Krankenversicherung kann nicht garantiert werden.

Persönliche Beratung in der HNO-Klinik am INI

Ob ein vollständig implantierbares Cochlea-Implantat für Sie infrage kommt, hängt von verschiedenen individuellen Faktoren ab. Nach einer umfassenden Untersuchung beraten wir Sie persönlich über die Möglichkeiten einer Versorgung und darüber, welche Hörlösung für Ihre individuelle Situation geeignet ist.

Für weitere Informationen oder zur Vereinbarung eines Beratungstermins wenden Sie sich gerne an unser Team der HNO-Klinik am INI.

Hinweis: Die Informationen zum TICI basieren unter anderem auf Unterlagen der MED-EL Elektromedizinische Geräte Deutschland GmbH. Die Entscheidung über die medizinische Eignung für ein vollständig implantierbares Cochlea-Implantat erfolgt immer individuell nach umfassender ärztlicher und audiologischer Untersuchung.

Beratung und Einordnung anfragen

Vorhandene Befunde, Bildgebung oder Vorberichte können zur Vorbereitung hilfreich sein.