Patienteninformation · Erkrankungen Nase

Erkrankungen der vorderen Schädelbasis

Die vordere Schädelbasis liegt an der Grenze zwischen Nase, Nebenhöhlen, Augenhöhlen und Schädelinnerem.

Illustration zu Erkrankungen der vorderen Schädelbasis

Überblick

Die vordere Schädelbasis bildet die Grenze zwischen der Nase, den Nasennebenhöhlen, den Augenhöhlen und dem Schädelinneren.

Erkrankungen in diesem Bereich können sich sowohl in Richtung der Nase als auch zum Gehirn ausbreiten und benachbarte Strukturen wie die Augenhöhlen, die Sehnerven und das Riechorgan betreffen.

Daher ist eine frühzeitige Diagnostik und interdisziplinäre Behandlung von besonderer Bedeutung.

Wann sollte eine Abklärung erfolgen?

  • komplexe Befunde an Nase oder Nebenhöhlen
  • Tumoren nahe Auge oder Schädelbasis
  • Liquorleck oder unklare Flüssigkeit aus der Nase
  • interdisziplinäre Operationsplanung erforderlich

Symptome

  • Behinderte Nasenatmung
  • Druckgefühl im Gesichtsbereich
  • Riechminderung oder Riechverlust
  • Nasenbluten
  • Sehstörungen, beispielsweise Doppelbilder oder Sehverlust
  • Kopfschmerzen
  • Ggf. Wesensveränderungen oder neurologische Ausfälle

Diagnostik

  • HNO-ärztliche Untersuchung mit endoskopischer Beurteilung der Nase und Nasennebenhöhlen
  • Bildgebung mittels Computertomographie (CT) und Magnetresonanztomographie (MRT)
  • Je nach Befund ergänzende Mitbeurteilung durch Neurochirurgie, Neurologie und ggf. Augenheilkunde
  • Ggf. Gewebeentnahme (Biopsie) zur histologischen Sicherung der Diagnose

Therapie

Die Behandlung richtet sich nach Art und Ausdehnung der Erkrankung. Bei entzündlichen Erkrankungen können konservative Maßnahmen mit Medikamenten ausreichend sein.

Breitet sich die Entzündung aus oder entstehen Komplikationen, ist eine operative Behandlung erforderlich. Hierzu gehören beispielsweise die Sanierung des entzündeten Gewebes sowie die Drainage von Abszessen.

Bei Tumorerkrankungen erfolgt in der Regel die chirurgische Entfernung des Tumors. Anschließend werden rekonstruktive Verfahren eingesetzt, um die Barriere zwischen Gehirn, Nase und Nasennebenhöhlen wiederherzustellen und wichtige anatomische Strukturen zu rekonstruieren.

Bei bösartigen Tumoren ist häufig eine multimodale Behandlung mit Operation, Strahlentherapie und Chemotherapie erforderlich. Die Behandlungsplanung erfolgt interdisziplinär im Rahmen einer Tumorkonferenz, um für jeden Patienten das optimale Therapiekonzept festzulegen.