Patienteninformation · Erkrankungen Hals

Atemnot

Verengungen der oberen Luftwege mit Atemnot

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Überblick

Verengungen im Bereich des Kehlkopfes, der Luftröhre oder des Rachens können zu Atemnot bei körperlicher Belastung oder auch in Ruhe führen.

Die Ursachen sind vielfältig. Hierzu gehören Erkrankungen, die von außen auf die Atemwege einwirken, beispielsweise Schilddrüsenvergrößerungen oder Tumoren des Halses. Ebenso kommen Erkrankungen des Kehlkopfes und der Luftröhre selbst infrage, etwa entzündliche Veränderungen mit Erweichung des Knorpelgerüstes, narbige Einengungen oder Tumoren.

Eine weitere wichtige Ursache sind Lähmungen der Stimmlippen, beispielsweise nach Schilddrüsenoperationen oder durch Erkrankungen des Stimmbandnerven.

Bei einer beidseitigen Stimmlippenlähmung können sich die Stimmlippen nicht mehr ausreichend öffnen, sodass eine erhebliche Atemnot entsteht. Bei einer einseitigen Lähmung steht dagegen meist die Heiserkeit im Vordergrund.

Symptome

  • Engegefühl im Hals
  • Atemnot bei Belastung oder in Ruhe
  • Hustenreiz
  • Angstgefühl oder Panik bei Luftnot
  • Heiserkeit
  • Stridor (pfeifendes Atemgeräusch)

Diagnostik und Untersuchungen

  • HNO-ärztliche Untersuchung mit Endoskopie von Rachen, Kehlkopf und Luftröhre
  • Bildgebende Diagnostik mittels Computertomographie (CT) oder Magnetresonanztomographie (MRT) von Kehlkopf, Luftröhre, Hals, Brustkorb und gegebenenfalls Gehirn
  • Untersuchung der Schilddrüse einschließlich interdisziplinärer Beurteilung bei entsprechendem Befund
  • Internistische und pneumologische Diagnostik zum Ausschluss oder Nachweis von Herz- und Lungenerkrankungen
  • Gegebenenfalls Lungenfunktionsdiagnostik

Behandlung und Therapie

Die Behandlung richtet sich nach Ursache, Lage und Ausmaß der Verengung.

Je nach Befund kommen die operative Entfernung von Tumoren, eine Ballondilatation von Engstellen oder eine Laterofixation einer Stimmlippe zur Erweiterung der Atemwege infrage.

Bei einer Erweichung der Luftröhre (Tracheomalazie) können Stents eingesetzt werden, um das Lumen offen zu halten und die Luftröhre zu stabilisieren.

Sind diese Maßnahmen nicht ausreichend oder tritt eine akute lebensbedrohliche Atemnot auf, kann die Anlage eines Luftröhrenschnittes (Tracheotomie) erforderlich werden.

Im weiteren Verlauf können rekonstruktive Eingriffe zur Erweiterung von Kehlkopf oder Luftröhre notwendig sein.

Die Diagnostik und Behandlung erfolgen interdisziplinär in enger Zusammenarbeit zwischen HNO-Heilkunde, Pneumologie, Thoraxchirurgie, Endokrinologie, Neurologie und weiteren Fachdisziplinen, wie sie am International Neuroscience Institute (INI) Hannover angeboten wird.