Patienteninformation · Erkrankungen Ohren

Akustikusneurinom

Ein Akustikusneurinom (Schwannom oder auch Neurom genannt) ist ein gutartiger Tumor des 8. Hirnnerven. Er wächst entlang des Nervens zwischen dem Innenohr im Felsenbein und dem Hirnstamm im Schädelinneren.

Illustration zum Akustikusneurinom im Bereich von Innenohr, Hörnerv und Hirnstamm

Überblick

Ein Akustikusneurinom (Schwannom oder auch Neurom genannt) ist ein gutartiger Tumor des 8. Hirnnerven. Er wächst entlang des Nervens zwischen dem Innenohr im Felsenbein und dem Hirnstamm im Schädelinneren.

Der 8. Hirnnerv besteht aus zwei Teilen. Der Hörnerv (Nervus cochlearis) übermittelt die Hörinformation aus dem Innenohr zum Hirnstamm, der Gleichgewichtsnerv (Nervus vestibularis) gibt die aus dem Gleichgewichtsorgan stammende Information an das Gehirn weiter.

Die meisten Akustikusneurinome entstehen aus dem vestibulären Anteil des 8. Hirnnerven, selten aus dem Nervus cochlearis.

Häufigkeit

Diese Tumoren treten mit einer Häufigkeit von 0,79/100 000 Einwohner auf. Sechs Prozent aller primär intracraniellen Tumoren sind Akustikusneurinome.

Symptome

Führend ist eine langsam zunehmende, seltener akut auftretende Schwerhörigkeit. Daneben finden sich Schwindel und Ohrgeräusche.

Lähmungen der Gesichtsmuskulatur sowie Gefühllosigkeit oder Schmerzen im Gesichtsbereich sind selten. Koordinationsstörungen, Lähmungserscheinungen oder steigender Hirndruck kommen nur bei großen Tumoren vor.

Untersuchungen

Die Erstuntersuchung erfolgt in der Regel durch einen HNO-Arzt. Zielführend sind Audiometrie, Impedanzprüfung, objektive audiometrische Verfahren und die Ableitung akustisch evozierter Hirnstammpotentiale.

Bei Verdacht ist die bildgebende Diagnostik mit dem Kernspintomogramm unerlässlich. Ergänzend kommen Gleichgewichtsuntersuchungen sowie die Untersuchung weiterer Hirnnerven hinzu.

Zugangsmöglichkeiten

Die Behandlung hängt von der Größe des Tumors, dem Zustand des Gehörs, dem Alter des Patienten und seinem Allgemeinzustand ab. Primär wird eine operative Totalentfernung mit Funktionserhalt von Gesichtsnerv und Gehör angestrebt.

Alternative Möglichkeiten müssen individuell zur Operation abgewogen werden. Dazu gehören verschiedene operative Zugänge, die Bestrahlungstherapie mit Hilfe des Gamma Knife sowie eine abwartende Haltung bei sehr kleinen Tumoren.

Bei der abwartenden Haltung ist eine jährliche kernspintomographische Kontrolle des Tumorwachstums erforderlich.